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    HAUS HOFER: EIN PORTRÄT
    Der emotionale Wert von Architektur

    Masterarbeit | Institut für Gebäudelehre
    Betreuer: Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Architekt Hans Gangoly
    März 2017 | TU Graz

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    Die emotionale Bindung an Architektur kann Wert schaffen,
    welcher entscheidend für den Umgang mit bestehender Architektur ist. Das Ziel dieser Masterarbeit ist es, diesen emotionalen Wert anhand der Fallstudie des Hauses Hofer zu untersuchen, darzustellen und als Entwurfspotenzial zu nutzen.


    Ausgangspunkt

    Das Haus Hofer ist ein schlichtes Wohnhaus mit ländlichem und bäuerlichem Bezug. Als Teil einer kleinen, gewachsenen Dorfstruktur in Südtirol wurde es in den 1960er Jahren errichtet und stellt das Heimathaus für eine Großfamilie dar. 

    Nun steht das Haus am Scheitelpunkt des Generationenwechsels und befindet sich im Vakuum zwischen prägender Vergangenheit und ungewisser Zukunft. Es hat kaum mehr ökonomischen Wert und auch keinen Anspruch auf Denkmalschutz. Dennoch bringt das drohende Vergehen des Hauses Wehmut mit sich und weckt die Fragen nach dem eigentlichen Wert des Hauses Hofer und dem weiteren Umgang damit.


    Fallstudie und Werttheorie

    Anhand der Analyse des Gebäudes mit seinem umgebenden Kontext und seinen Akteuren wird herausgefiltert, dass die Bindung der Familienmitglieder zum Haus prägend für dessen Wert ist.
    Vergänglichkeit, Atmosphäre, Erinnerung, Heimat und Identität stellen grundlegende Elemente dieses gesuchten, emotionalen Werts dar und sind die wichtigsten Anhaltspunkte, um ihn mit gängigen Wertbegriffen in Verbindung zu setzen und so in die Werttheorie einzugliedern.



  • Das Porträt

    Das Zentrum der Arbeit bildet ein Porträt. Dieses stellt die eigentliche Leistung der Arbeit dar, nämlich den Schritt vom schwer greifbaren emotionalen Wert, hin zu konkreten Entwurfshandlungen.
    Das Porträt besteht aus drei aufeinander aufbauenden Teilen:

    • Interaktion: Mittels einer intuitiven, fotografischen Interaktion mit
      dem Haus Hofer wird der emotionale Wert sichtbar und spürbar gemacht.
      Die mit einer Großformatkamera handwerklich erzeugten Polaroids
      vermitteln die Einzigartigkeit des Hauses.
    • Reflexion: Durch eine überlegte, textliche Reflexion werden die intuitiv entstandenen Fotos auf ihren Hintergrund untersucht.
      Erinnerungen, Emotionen und Atmosphären werden festgehalten und auch
      direkt weitergedacht. So werden schon für den zukünftigen Umgang
      wichtige Potentiale oder Probleme ausgearbeitet.

    • Aktion: Aus dieser textlichen Reflexion und den daraus gewonnenen
      Erkenntnissen wird schließlich zur konkreten, zeichnerischen Aktion
      übergangen. Dabei wird mit Hilfe von Zeichnungen das Porträt
      fortgesetzt und so der Entwurf für den zukünftigen Umgang mit
      dem Haus Hofer gebildet werden.

    Der Entwurf setzt sich aus 15 dieser Porträtteile zusammen und wird in Grundrissen konkretisiert. Die Entwurfshandlungen sind minimalistische Eingriffe am Gebäude, welche die Identität des Hauses einerseits erhalten und andererseits weiterdenken, um den Bedürfnissen der zukünftigen Bewohner zu entsprechen.